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Verband Deutscher Fitness- und Gesundheitsunternehmen e.V.
Der VDF aktuell im Gespräch mit Deutschlands Seglerhoffnung Johannes Polgar

...über die Notwendigkeit des Fitnesstrainings im SpitzensportJohannes. Polgar ist Mitglied im deutschen Segel-Olympiakader und bereitet sich derzeit auf die Worldcups in Südfrankreich und Holland vor. VDF aktuell traf das Segel-Ass in der Heimatstadt Kiel und sprach mit ihm über seine Ziele für 2007/2008 sowie die Notwendigkeit des Fitnesstrainings für den Spitzensport in Deutschland.

Johannes Polgar

Deutschlands Olympia-Hoffnung im Tornado-Segeln: Johannes Polgar und Florian Spalteholz hier beim Wettkampf an der Küste Spaniens.


Herr Polgar, 2006 war für Sie ein erfolgreiches Jahr. Sie belegten bei der Tornado-Weltmeisterschaft in Argentinien gemeinsam mit Ihrem Teamkollegen Florian Spalteholz den sechsten Platz. Hat Sie jetzt der Olympia-Spirit gepackt?

Der olympische Gedanke hat mich bereits im meiner Jugend ergriffen. Die gute Platzierung bei der Tornado-Weltmeisterschaft in Südamerika hat unsere Bemühungen für Beijing 2008 jedoch weiter verstärkt. Klar, ein so gutes Ergebnis macht Lust auf mehr.

Wie häufig und wie viele Stunden trainiert ein Spitzensportler, wie Sie pro Woche, um dem großen Ziel Olympia näher zu kommen?

Die Häufigkeit und Intensität ist von der Sportart abhängig. Beim Segeln muss der Athlet jedoch besonders fit sein. Der Grund dafür sind die hohen Geschwindigkeiten und Ziehkräfte. So bewegen sich die Segel bei einigen Manövern bis zu 60 Stundenkilometer schnell. Das erfordert neben einer hohen Konzentration vor allem körperliche Fitness.

Welche Rolle spielt das Fitnessstudio bzw. die Fitnessanlage in Ihrem Trainingsplan?

Hier muss man wieder zwischen Vorschoter (Vordermann) und Steuermann (Hintermann) unterscheiden. So muss der Vorschoter, der im vorderen Bereich des Bootes das Segel und den Spinnaker setzt, besonders intensiv trainieren. Schließlich kann er mit Hilfe des Gewichtstrimm dafür sorgen, dass das Boot schneller fährt. Trotzdem muss auch der Steuermann fit sein. Denn beide müssen an einem Wettkampftag bis zu drei Rennen bestreiten. Das verlangt viel Kraft ab.

Müssen bestimmte Muskelpartien besonders intensiv trainiert werden?

Als Segler legen Sie besonders Acht auf den Arm-, Schulter- und Bauchbereich. Die meisten unterschätzen jedoch die Oberschenkel. Sie geben zusätzliche Stabilität in den Körper. Speziell auf dem Wasser im Trapez kann dies ein Vorteil sein.

Sie kommen im Jahr viel rum und verbringen den Hauptteil Ihrer Zeit mit dem Training. Bleibt da noch Zeit für´s Studium?

Ja, das gestaltet sich manchmal ganz schön schwierig. Ich bin rund 300 Tage im Jahr auf Wettkämpfen unterwegs. Dank einer guten Organisation komme ich an der Hochschule allerdings ganz gut mit. Dabei setze ich vor allem auf ein effektives Krafttraining und lasse mich hierbei von Experten beraten. So bleibt mehr Zeit für das Studium.

Herr Polgar, Sie trainieren die meiste Zeit am Olympiastützpunkt in Kiel. Kommen Sie gebürtig auch aus der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins?

Nein, ich erblickte im Sauerland das Licht zur Welt. In meiner Kindheit erlernte ich das Segeln auf einer der zahlreichen Talsperren, dem Biggesee. Als sich die ersten nationalen Erfolge, wie der Sieg bei den Deutschen Jugendmeisterschaften einstellten, führte kein Weg mehr an einem Olympiastützpunkt vorbei. Denn hier werden Deutschlands Sporttalente für die großen Wettkämpfe fit gemacht. Mit meinem Segelpartner Florian Spalteholz trainiere ich jetzt in Kiel. Florian ist allerdings gebürtiger Hamburger.

Das Interview führte Timo Stehn, PR-Referent des VDF

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